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Schriftzug Körperbilder wider die normale Ästhetik
Fotos und Texte von Heino Ehlers


Anmerkung zur Ausstellung

Behindert-/Krüppelsein heißt in erster Linie, sich von den herrschenden Normen und Ästhetikidealen zu befreien, dahin zu kommen, daß auch ein verkrüppelter Körper begehrens- und liebenswert ist.

Dieses Bewußtsein zu erlangen, fällt vielen Behinderten auch gerade dann, wenn sie Ihre Schädigung nicht von Geburt an haben, mehr oder weniger schwer.

Wenn Füße bei OhnarmerInnen nicht auf den Tisch gehören, dann schon gar nicht ins Gesicht des Partners, der Partnerin, um ihn/sie zu streicheln. Ekelhaft!!!
Oder einen Freund oder eine Freundin ganz selbstverständlich zu umbeinen, widerspricht den herrschenden Gewohnheiten.

Das ist nicht normal!!!

Auch die Sehgewohnheiten bei Aktfotografien haben sich dahingehend verfestigt, daß dieses Terrain Models mit schönen, makellosen Körpern vorenthalten ist.

Für die AkteurInnen dieser Ausstellung sind Narben, verunstaltete Gliedmaßen und Hilfsmittel wie z. B. Hörgeräte und Blindenstock Teil ihrer Persönlichkeit und nicht etwas, was es zu verstecken gilt.

Auch ein verkrüppelter Körper hat seinen ästhetischen Reiz. Erotik im Bild ist zuallererst eine Frage der Gewohnheit. Und diese macht erst Krüppel zu "Behinderten"

Mit dieser Ausstellung möchte ich gegensteuern, unabhängig davon, ob sie von den "Normalen" akzeptiert wird und auch mit dem Vorurteil aufräumen, daß Spastiker erstens nicht fotografieren können und 2. keine lohnenden fotografischen *Objekte* sind.

Heino Ehlers

Es war einmal...

Vor mehr als 10 Jahren gehörte ich auch noch zu euch sogenannten Normalen. Ich war gerade mal 20 Jahre jung, als ich Schule, Berufsausbildung und Elternhaus hinter mir lies.
Da entdeckte ich die Herausforderung meines Lebens: Ein wunderschöner silbermetallic glänzender BMW forderte mich heraus. Ich nahm diese an und verlor.
Ein Unfall stellte mein bis dahin gelebtes Leben völlig in Frage. Alle anerzogenen Maßstäbe mußte ich von diesem Zeitpunkt an über Bord werfen.
Mit der Beteiligung an dieser Ausstellung möchte ich deutlich machen, daß auch ein krüppeliger, vernarbter Körper es wert ist, angeschaut zu werden.

Klaus

Mitleidige Blicke

Als von Geburt an Spastikerin ist dies für mich eine ständige Konfrontation mit der Normalität. Sage ich z. B. zu jemandem, daß ich meine Hände schön finde, so ernte ich meistens einen irritierten mitleidigen Blick.
Wie können Hände schön sein, deren Finger sich ineinander verkrampfen? Oder mein Gesicht, welches sich bei jeder Anstrengung oder Bewegung zu einer Fratze verzieht? Auch ist es mir wichtig, einmal zu zeigen, welche Rolle meine Füße in meinem Leben spielen. Sie sind meine zweiten Hände und ein Stück meiner Identität, genauso meine Hörgeräte, Brille, mein Rollstuhl usw.

Unser Freund Heino hat es verstanden, die Einzigartigkeit unserer Körperlichkeit herauszuarbeiten.

Birgit

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